Puh, was für ein Tag! Ich bin total hungrig, was gibt's denn heute?
Er verstummte mitten im Satz, als er sie sah. Inga saß regungslos da; ihre Haltung, ihr Blick, die leere Schachtel auf dem Tisch – alles zusammen ergab eine Szene wie aus einem Gangsterfilm, in der jemand im Begriff war, für seine Taten geradestehen zu müssen.
„Ist etwas nicht in Ordnung?“ Seine Stimme klang vorsichtig.
Langsam blickte sie zu ihm auf.
— Wo ist das Geld, Roma?
Einen Moment lang wirkte sein Gesichtsausdruck unsicher, dann versuchte er, Überraschung vorzutäuschen.
„Welches Geld? Wovon redest du? Suchst du dein Sparschwein? Du hast es doch selbst gesagt …“
„Geld. Aus der Kiste. Vierhunderttausend“, sagte sie, ohne die Stimme zu erheben. Jedes Wort klang wie das Klappern eines kleinen Eishammers.
Er verstummte; sein Blick schweifte durch die Küche, vermied ihren. Er öffnete den Kühlschrank und schloss ihn wieder. Er rieb sich den Nacken. Die nervöse Anspannung war deutlicher spürbar als jedes Geständnis. Sie war nicht wütend. Sie hatte ihn beobachtet, wie der Entomologe das unbekannte Insekt untersuchte und versuchte, dessen Urinstinkte zu verstehen. Schließlich hielt er ihren durchdringenden Blick nicht mehr aus.
„Ich habe es Denis gegeben …“, brachte er stockend hervor und starrte auf den Boden. „Sehen Sie, er brauchte es dringender. Zwischen ihm und Lera stand alles kurz vor dem Aus; sie wollte unbedingt nach Thailand … Und jetzt ist er wirklich knapp bei Kasse. Ich wollte es ja, für die Familie …“
Er redete unaufhörlich von brüderlicher Pflicht, davon, dass Beziehungen wichtiger seien als die Metallverarbeitung, und davon, eines Tages alles zurückzugeben. Inga hörte nicht zu. Sie stand auf. Roma zuckte instinktiv mit den Achseln, als erwarte er einen Schrei, eine Ohrfeige, einen Skandal. Doch sie ging schweigend an ihm vorbei, zur Haustür und öffnete sie weit, sodass die kühle Luft aus dem Treppenhaus hereinströmte.
„Sie haben genau vierundzwanzig Stunden Zeit, um alles bis auf den letzten Cent zusammenzukratzen“, sagte sie mit völlig emotionsloser Stimme. „Gehen Sie zu Ihrem Bruder, betteln Sie, flehen Sie, verkaufen Sie ihm seine Niere – mir egal. Es ist Ihr Problem. Aber wenn morgen um diese Zeit kein Geld mehr in der Kasse ist, brauchen Sie nicht wiederzukommen.“
Roma erstarrte und sah sie mit aufgerissenen Augen an. Dann begriff er endlich, dass es keine Hysterie war. Es war ein Urteil.
"Inga, was machst du da...? Das kann doch nicht dein Ernst sein..."
Sie antwortete nicht. Sie starrte ihn einfach weiter an, die Tür offen. Er machte einen Schritt auf sie zu, dann noch einen, und blieb auf dem Treppenabsatz stehen. Im nächsten Moment schloss sich die Tür mit einem leisen, aber bestimmten Klicken direkt vor ihm. Er hörte, wie sich der Schlüssel auf der anderen Seite zweimal im Schloss drehte.
In der ohrenbetäubenden Stille des Treppenhauses klang das Klicken des Schlosses wie ein Schuss. Roma stand einige Sekunden lang da und starrte leer auf die glatte Tür, die nicht einmal einen Türspion hatte. Er spürte nicht die Kälte, die in sein dünnes Hemd drang. Er spürte Schmerz. Heißen, ungerechten, kindischen Schmerz. Keine Reue für…
Er empfand keinerlei Reue für seine Tat – nein. Sein Verstand, einzig und allein auf Selbsterhaltung bedacht, hatte bereits eine Schutzmauer um sich errichtet: Er war kein Dieb, er war ein Retter. Er hatte die Ehe seines Bruders gerettet, er hatte sich wie ein wahrer Mann verhalten, wie das Oberhaupt des Clans, und die Ressourcen dort verteilt, wo sie am dringendsten benötigt wurden. Und Inga… sie verstand es einfach nicht. Sie war so kleinlich.
Er stieg die Treppe hinunter, und mit jedem Schritt wurde der Schmerz stärker, erfüllt von gerechtem Zorn. Wie konnte sie es wagen? Ihn, ihren eigenen Mann, wie einen eingesperrten Welpen vor die Tür zu werfen? Wegen Geld! Wegen der paar Zettel, die sie wie eine gierige alte Frau in einem Schuhkarton versteckt hatte.
Seine Gedanken rasten in alle Richtungen, doch sie kehrten immer wieder zu einem zurück: Er hatte Recht, sie Unrecht. Er stieg ins Auto; das kalte Leder des Sitzes holte ihn in die Realität zurück. Wohin jetzt? Vierundzwanzig Stunden. Sie hatte ihm vierundzwanzig Stunden gegeben. Der Gedanke löste keine Panik in ihm aus, nur ein spöttisches Lächeln. Glaubte sie wirklich, sie könnte jetzt ihren Bruder umarmen – einen Bruder, der sich wahrscheinlich schon an einem Strand in Thailand ausmalte? Absurd.
Roman startete den Motor und fuhr zu Denis. Nicht wegen des Geldes. Sondern um Verständnis zu erlangen. Um die Bestätigung zu bekommen, dass er Recht hatte. Er musste von jemandem hören, dass er ein Held war, kein Verbrecher.
Denis' Wohnung empfing ihn mit warmem Licht und dem Duft von etwas Neuem – Parfüm oder vielleicht frisch ausgepackten Sachen. Leras Lachen und Musik drangen aus dem Zimmer. Ein halb geöffneter Koffer stand im Flur, aus dem der Saum eines farbenfrohen Pareos hervorlugte.
Roman betrat den Raum. Denis und Lera saßen auf dem Boden, umgeben von einem Berg neuer Shorts, T-Shirts und Badeanzüge, und schnitten gerade die Preisschilder ab. Als Denis Roman sah, breitete sich ein breites Lächeln auf seinem Gesicht aus.
"Oh, super, Mann! Das schieben wir nicht auf."
Die vollständige Kochanleitung finden Sie auf der nächsten Seite oder durch Klicken auf die Schaltfläche „Öffnen“ (>). Vergessen Sie nicht, den Beitrag mit Ihren Freunden auf Facebook zu teilen.
För fullständiga tillagningssteg, gå till nästa sida eller klicka på Öppna-knappen (>), och glöm inte att DELA med dina Facebook-vänner.