Ein Lkw-Fahrer fand sie. Die Diagnose der Ärzte bedeutete ihr Ende: ein verschobener Kompressionsbruch der Wirbelsäule. Rückenmarksverletzung. Wie durch ein Wunder überlebte sie, aber sie wird wahrscheinlich nie wieder laufen können.
Im Krankenhaus gab Artur den hingebungsvollen Ehemann. Er gab den plötzlich auftauchenden Fernsehteams Interviews. „Meine Frau ist eine sehr talentierte Künstlerin. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun. Wir werden für sie kämpfen.“ Er wich ihr nicht von der Seite, sprach aber nicht mit ihr, sondern telefonierte nur, um ihre Verlegung in die exklusive Privatklinik „New Life“ zu organisieren.
Maria verstummte. Ihre Welt schrumpfte auf die Größe eines Krankenhausbetts. Sie wurde in eine schöne Klinik verlegt, wo Arthur eine ruhige, fürsorgliche Krankenschwester namens Inna einstellte. Maria versank immer tiefer in Depressionen, verweigerte die Nahrungsaufnahme und zog sich völlig zurück. Arthur besuchte sie täglich, brachte ihr Obst, das sie nicht essen wollte, und erzählte ihr von seinen geschäftlichen Erfolgen.
Der Wendepunkt kam unerwartet. An einem grauen Tag knarrte die Tür zu ihrem Zimmer. Ein kleiner Kopf mit zwei verspielten Zöpfen lugte herein. „Hallo“, zwitscherte eine kleine Stimme. Es war Kate, die fünfjährige Tochter der Krankenschwester. Geboren mit einem Herzfehler, hatte sie den größten Teil ihres kurzen Lebens in Krankenhäusern verbracht.
„Warum bist du so traurig?“, fragte das Mädchen mit kindlicher Direktheit.
Maria antwortete nicht, aber Kate ließ sich nicht beirren. Sie zog ein zerknittertes Stück Papier und Buntstifte aus der Tasche. „Soll ich dir eine Sonne malen?“ Sie setzte sich auf den Boden und zeichnete eine leuchtend gelbe, schiefe, aber fröhliche Sonne. „Hier“, sagte sie und reichte sie Maria. „Die ist für dich.“
Maria senkte langsam den Blick. Etwas in ihr, etwas längst Totes und Versteinertes, regte sich. Sie hob die Zeichnung auf und streichelte mit den Fingern über die warme, kleine Hand.
Von da an kam Kate jeden Tag zu Besuch. „Kannst du zeichnen?“, fragte sie eines Tages. „Mama hat gesagt, du seist eine Künstlerin.“ Maria nickte nur. „Dann zeichnest du doch! Deine Hände sind doch dafür gemacht.“
Dieser einfache, kindliche Satz traf sie härter als jeder psychologische Rat. „Du hast Hände.“ Kate sah keine behinderte Person, sondern jemanden, der zeichnen konnte. Zum ersten Mal seit Monaten kehrte die Lebensfreude in sie zurück.
Inna, ihre Betreuerin, war nicht nur aufmerksam, sondern auch klug. Sie war nie neugierig; sie erledigte einfach ihre Aufgaben und beobachtete. Es war Inna, die darauf bestand, mit Maria im kleinen Park nahe der Klinik spazieren zu gehen. Gegenüber lag ein gemütliches Café, das immer nach frischem Gebäck und gutem Kaffee duftete. Eines Tages, als Inna Wasser holen ging, näherte sich ein Mann Marias Rollstuhl.
„Sind Sie aus dem Dreck des Krankenhauses geflohen?“, fragte der Fremde mit einem warmen, freundlichen Lächeln. Er war ein Mann in den Dreißigern mit freundlichen Lachfältchen um die Augen und Händen, die von etwas mit einem zimtähnlichen Geruch verfärbt waren. „Ich bin Kyle“, stellte er sich vor, „der Besitzer des Ladens dort drüben.“ Ich beobachte Sie schon seit ein paar Tagen. Sie haben so einen nachdenklichen Blick.
Er sah sie nicht mitleidig an, sondern mit ruhigem, respektvollem Interesse. Zu ihrer Überraschung verspürte Maria keinerlei Bedürfnis, sich zu verstecken. Kyle sprach mit ihr, als kannten sie sich schon seit Jahren. „Ich sehe, Sie sagen nichts“, sagte er ungerührt. „Ich verstehe. Manchmal stehen Worte einfach im Weg. Darf ich Sie auf eine Tasse Tee einladen? Ich habe eine wunderbare Kräutermischung. Sie lindert Stress und gibt Ihnen den Glauben an die Menschheit zurück.“
Er rannte ins Café und kam mit zwei Pappbechern zurück. Sie saßen schweigend da und tranken ihren Tee. Es war seltsam und doch unglaublich friedlich. Von da an kam Kyle jeden Tag vorbei. Er versuchte nicht, sie zum Reden zu bringen; er saß einfach bei ihr, erzählte lustige Anekdoten über seine Klienten oder las aus Büchern vor.
„Ich habe nachgedacht“, sagte er eines Tages und hockte sich vor ihren Rollstuhl, sodass sie sich in die Augen sahen. „Jeder braucht etwas für sich selbst, etwas Besonderes.“
Am nächsten Tag brachte er einen großen, wunderschönen Skizzenblock und ein Set professioneller Bleistifte mit. „Ich weiß nicht, ob das die richtigen sind, aber vielleicht …“
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